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Pilates Online Kurs mit Kleingeräten: So nutzt du Ring und Ball richtig

2026.07.19
Pilates Online Kurs mit Kleingeräten: Ring und Ball für Rückentraining im Homeoffice

Ein Pilates-Ring wiegt kaum etwas und schießt trotzdem quer durchs Zimmer, sobald die Konzentration für eine halbe Sekunde kippt. Genau das ist mir passiert, als ich meine ersten Kleingeräte-Einheiten bei Pilates-Sister ausprobiert habe: Ring und Ball, mitten im Homeoffice, neben dem Schreibtisch, während mein Hund sich weigerte, von der Matte runterzugehen. Wer nach einem Pilates Online Kurs mit Kleingeräten sucht, merkt schnell: Diese beiden Teile sind kein nettes Extra, sondern verändern, wie gründlich man Rückentraining überhaupt macht.

Am Anfang dachte ich, Ring und Ball wären einfach mobile Widerstandsgeräte, wie Hanteln, nur rund. Falsch gedacht. Der Ring gibt vor allem Rückmeldung, nicht Kraft, und genau diese Fehleinschätzung führt dazu, dass viele das Ring & Ball-Modul nach der ersten Einheit wieder liegen lassen. Ob ein bezahlter Kurs YouTube-Playlists bei sowas wirklich schlägt, ist eine längere Diskussion, die ich an anderer Stelle ausführlicher führe. Weil die Fragen zu Ring und Ball bei mir ständig in Kommentaren und Mails landen, sammle ich hier die, die am häufigsten kommen. Mit dem, was ich seit vier Jahren mit diesen zwei Teilen gelernt habe.

Der Ring ist kein Trainingsgerät für mehr Widerstand

Der 38cm-Ring, auch Magic Circle genannt, wird zwischen Handflächen, Oberschenkeln oder Knöcheln platziert, und die Aufgabe ist selten, ihn mit voller Kraft zusammenzudrücken. Es geht um gleichmäßigen, konstanten Druck. Sobald eine Schulter höher wandert als die andere — ein Klassiker bei uns Grafikerinnen, die den ganzen Tag auf einen Bildschirm starren —, meldet der Ring das sofort zurück, weil er anfängt zu kippen oder ungleich zu drücken. Ohne Gerät merkt man diese Asymmetrie oft monatelang nicht. Mehr als Matte, Ring und Ball braucht es für den Einstieg ohnehin nicht. Was an Zubehör darüber hinaus wirklich sinnvoll ist, behandle ich an anderer Stelle genauer.

Pilates Ring und Softball als Kleingeräte griffbereit auf der Trainingsmatte

Wie halte ich den Ring, ohne dass er durchs Zimmer schießt?

Kurze Antwort: mit weniger Kraft als man denkt. Der Ring braucht nur so viel Druck, dass er nicht wegrutscht, mehr nicht. Bei einem Pilates Online Kurs für die LWS wird genau das oft betont, weil zu viel Kraft die Übung verzerrt und die eigentliche Bewegung im Rücken kaputt macht. Ein verlässliches Zeichen, dass die Haltung stimmt: Nach einer Weile mit den Rückenübungen breitet sich zwischen meinen Schulterblättern eine gleichmäßige Wärme aus, kein Ziepen, kein Stechen, nur dieses satte, warme Gefühl. Drückt eine Seite dagegen zu stark, brennt eher ein einzelner Punkt, und meistens hat mein Powerhouse in dem Moment Pause statt Arbeit. Dann lohnt sich eine kurze Korrektur, statt einfach weiterzumachen.

Ball aufblasen fürs Rückentraining: lieber weich als prall

Blase den Overball niemals ganz voll auf. Er sollte nachgeben wie ein weiches Kissen, nicht wie ein kleiner Pezziball wirken, der bei jeder Bewegung wegrollt. Zu prall aufgeblasen liegt man instabil, und genau diese Instabilität führt dazu, dass man Übungen abbricht, bevor sie überhaupt wirken. Ich puste ihn inzwischen nur so weit auf, bis er sich beim Draufdrücken noch spürbar eindrücken lässt. Sobald er hart wird, ist eine Pumpe zu viel drin.

Weich aufgeblasener Pilates Ball für Rückentraining auf der Matte im Homeoffice

Bringen Ring und Ball nach einem Bandscheibenvorfall überhaupt etwas?

Meine eigene Geschichte kennst du vielleicht schon: 2022 hat mir eine Physiotherapeutin nahegelegt, entweder ernsthaft mit Pilates anzufangen oder sie regelmäßig wiederzusehen. Ob Ring und Ball für jemanden mit ähnlicher Vorgeschichte grundsätzlich geeignet sind, ist eine Frage, die eigentlich einen eigenen Artikel verdient. Dazu später mehr an anderer Stelle. Was ich sagen kann: Bevor ich mit Kleingeräten trainiert habe, hatte ich mir einen ergonomischen Bürostuhl gekauft, in der Hoffnung, das würde reichen. Gebracht hat er so gut wie nichts. Neulich musste ich für ein Kundenprojekt am Viktualienmarkt ein paar Fotos machen, und beim Hochheben meiner vollgepackten Kameratasche ist mir aufgefallen, dass ich dabei nicht wie sonst reflexartig die Luft angehalten habe. Kein großer Moment, aber genau solche kleinen Dinge zeigen mir, ob das Training gerade etwas bringt. Wer nach einer Physiotherapie wieder einsteigen will, findet dazu mehr in meinem Artikel über Pilates nach Physiotherapie zu Hause, wo es genauer um diesen Übergang geht.

Zertifizierung der Trainerin: worauf ich wirklich achte

Ob eine Trainerin eine bestimmte Zertifizierung hat, wird in Kommentaren und Foren ewig diskutiert, und was das für die Kursqualität wirklich bedeutet, ist ein Thema für sich, das ich an anderer Stelle ausführlich behandle. Bei Kleingeräte-Modulen achte ich stattdessen auf etwas Konkreteres: Wird genau erklärt, wo der Ring oder Ball hingehört, bevor die Übung losgeht, oder erst danach als Korrektur? Bei Pilates-Sister ist das im Ring & Ball-Modul so aufgebaut, dass die Platzierung zuerst kommt und dann erst die Bewegung. Klingt banal, macht aber den Unterschied zwischen einer Übung, die trägt, und einer, die nur so aussieht.

Wie baue ich Ring und Ball an vollen Videokonferenz-Tagen ein?

Eine Leserin, Imke Rohrbach, hat mir nach einem anderen Artikel geschrieben, dass sie an Tagen mit durchgehenden Videokonferenzen kaum Rüstzeit hat und wissen wollte, wie sie Ring und Ball trotzdem unterbringt. Meine Antwort: kurze Einheiten, die nur ein Gerät brauchen, direkt neben dem Schreibtisch liegen lassen, damit der Griff dazu keine eigene Entscheidung mehr ist. Ob App oder Browser dabei die praktischere Wahl ist, hängt vom eigenen Tagesablauf ab. Dazu schreibe ich an anderer Stelle ausführlicher. Zwischen zwei Calls reicht oft schon eine einzelne Ring-Übung, um die Schultern wieder runterzuholen, bevor der nächste Termin losgeht.

Abo, Einzelkauf oder Gratiswoche: was sich bei Kleingeräte-Modulen lohnt

Vor jeder Kaufentscheidung baut sich meine Freundin Berit Vollmann eine eigene Tabelle: Spalten für Preis, Kündigungsfrist, Anzahl der Einheiten, alles fein säuberlich sortiert. Bevor sie sich für ein Ring & Ball-Modul entschieden hat, saß sie eine ganze Weile an dieser Tabelle, während ich einfach anfange und hinterher merke, ob sich das Ganze gelohnt hat (nicht die effizienteste Methode, aber meine). Ob sich am Ende ein Abo oder eine Einmalzahlung mehr lohnt, ist eine Rechnung für sich, die an anderer Stelle ausführlicher aufgedröselt gehört. Genauso die Frage, wie man eine kostenlose Probewoche wirklich sinnvoll testet, statt sie einfach verstreichen zu lassen. Auch das ist ein eigenes Thema. Für Kleingeräte-Module speziell reicht fast immer eine einzelne Einheit aus der Bibliothek, um zu merken, ob dir Ring und Ball überhaupt liegen, bevor du dich auf ein ganzes Modul festlegst.

Verändert sich meine Haltung im Homeoffice wirklich?

Meine Matte liegt die meiste Zeit nur halb ausgerollt in der Ecke zwischen Schreibtisch und Küchentür, das Parkett darunter sieht man schon an, wie oft sie da liegt. Der Laptop steht auf einem Stapel Bücher, weil ich mir nie eine richtige Erhöhung gekauft habe, und durchs Nordfenster kommt gleichmäßiges, kühles Licht rein, nie direkte Sonne, aber auch nie dieses harte Gegenlicht von Südfenstern. Ob Kleingeräte-Training die Homeoffice-Haltung messbar verändert, ist ein Mechanismus für einen anderen Artikel. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Bevor ich in einen Call gehe, halte ich kurz den Ring zwischen den Handflächen und prüfe, ob ich noch gleichmäßig drücken kann, ohne dass eine Schulter höher zieht. Wenn nicht, nehme ich mir kurz Zeit, bevor ich mich hinsetze. Die Beckenboden-Aktivierung spielt dabei übrigens eine größere Rolle, als die meisten am Anfang denken, aber das ist ein eigenes Thema für sich.

Wann werden Ring und Ball zu einfach

Irgendwann merkt man, dass eine Übung mit Kleingeräten keine Herausforderung mehr ist. Der Ring wackelt nicht mehr, der Ball rollt nicht mehr weg, und die Konzentration schweift wieder ab, genau wie bei den reinen Mattenübungen vorher. Für mich ist das Zeichen simpel: Wenn ich die Bridge mit dem Ring halte, ohne dass die Beine anfangen zu zittern, ist das Modul dran, gewechselt zu werden. Welche Levels bei Pilates-Sister danach infrage kommen und wie der Sprung zu fortgeschritteneren Einheiten konkret aussieht, ist noch mal ein eigener Artikel wert. Kleingeräte sind kein Endpunkt, sondern eher eine Zwischenstation, die einem zeigt, wo die eigene Ehrlichkeit beim Training gerade steht.

Der Ring korrigiert Asymmetrien, der Ball schützt beim Üben die empfindlichen Stellen im unteren Rücken, und beide zusammen haben mein Training von einem reinen Pflichtprogramm zu etwas gemacht, bei dem ich genau merke, was gerade passiert. Falls du vor deinem Schreibtisch sitzt und dich fragst, ob dieses Stück Plastik und der komische Ring wirklich etwas bringen: Ja. Nicht wegen der Muckis, sondern weil du danach genau weißt, wo dein Rücken gerade steht, bevor der nächste Call losgeht.