
Es ist kurz nach acht an einem Dienstagmorgen im Mai. Draußen hängen die Wolken tief über München, und mein unterer Rücken fühlt sich an, als hätte jemand über Nacht eine rostige Schraube direkt in die Lendenwirbelsäule gedreht. In zwanzig Minuten startet der erste Zoom-Call mit einem Kunden, der wieder mal alles 'ganz dringend' braucht. Mein Hund liegt bereits mitten auf meiner Matte neben dem Schreibtisch und starrt mich an, als wollte er sagen: 'Versuch's doch, mich hier wegzubewegen.' Das ist mein Alltag – und der Grund, warum ich Anfang des Jahres erneut 219 € für Pilates&Friends investiert habe.
Bevor ich dir erzähle, ob die App ihr Geld wirklich wert ist: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur Kurse, die ich selbst auf meiner Matte durchgetestet und mit meinem eigenen Geld bezahlt habe. Volle Transparenz ist mir wichtig, schließlich will ich nicht, dass du denselben Fehler machst wie ich letztes Jahr, als ich ein anderes Abo aus Versehen doppelt bezahlt habe, weil ich die Kündigungsfrist im Stress völlig verpeilt hatte.
Der Preis-Schock: Warum 219 € eigentlich ein Schnäppchen sind (wenn man München-Preise kennt)
Als ich die Zahl 219 € im Januar auf meiner Kreditkartenabrechnung sah, musste ich kurz schlucken. Das ist fast so viel wie mein jährliches Budget für Grafik-Software – und die brauche ich zum Überleben. Aber rechnen wir das mal kurz im Kopf durch, wie wir es bei einer Kalkulation für ein Kundenprojekt machen würden. In München zahlt man für eine einzige Pilates-Stunde im Studio mittlerweile locker 25 bis 30 Euro. Wenn ich also nur einmal die Woche gehe, bin ich im Monat schon bei über 100 Euro.
Mit dem Jahresabo von Pilates&Friends habe ich für die nächsten 365 Tage ausgesorgt. Das sind umgerechnet etwa 18 Euro im Monat – also weniger als eine einzelne Studio-Stunde oder zwei mittelmäßige Lunch-Bowls beim Lieferdienst. Nach meinem Bandscheibenvorfall 2022 war die Ansage meiner Physiotherapeutin klar: 'Entweder du machst jetzt Pilates, oder wir sehen uns hier jede Woche für die nächsten zwei Jahre.' Da ich meine Zeit lieber mit InDesign als mit Fangopackungen verbringe, war die Entscheidung schnell gefallen. Wer wissen will, wie ich mich durch den Anbieter-Dschungel gekämpft habe, kann meinen ehrlichen Vergleich der Online-Pilates-Dschungel-Anbieter lesen.
Was steckt 2026 wirklich hinter der Paywall?
Was mich bei Pilates&Friends immer wieder hält, ist die schiere Masse. Wir reden hier mittlerweile von über 3000 Videos. Das ist quasi das Netflix für Pilates-Nerds. Es gibt Tage, da will ich nur 10 Minuten Powerhouse-Training, bevor der nächste Call reinkommt. Und es gibt Sonntage, an denen ich mir eine volle Stunde Flow gönne, während der Hund versucht, meine Socken zu fressen.
Ein großer Pluspunkt: Die Trainer:innen sind keine 20-jährigen Influencer, die nur für die Kamera lächeln, sondern echte Profis. Sie wissen, was ein Wirbelgleiten ist und worauf man bei einer neutralen Wirbelsäule achten muss. Die App wurde vor ein paar Monaten nochmal aktualisiert – sie läuft jetzt deutlich flüssiger, was wichtig ist, wenn man morgens ohne Kaffee versucht, das richtige Video zu finden.
- Die Auswahl: Von klassischem Mattentraining bis hin zu speziellen Übungen für den Rücken oder mit dem Kleingerät (Rolle, Ring, etc.).
- Die Filterfunktion: Du kannst nach Level, Trainer oder Zeit filtern – essenziell bei 3000 Videos.
- Die Qualität: Kein YouTube-Gequatsche über Proteinriegel, sondern Fokus auf die Übung.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Die Auswahl kann einen am Anfang völlig erschlagen. Man verbringt manchmal mehr Zeit mit Suchen als mit Trainieren – ein bisschen wie bei der Auswahl eines Films am Freitagabend. Aber wenn man seine drei bis vier Lieblingstrainer gefunden hat, flutscht es.
Vergleich: Muss es immer das große Abo sein?
Ich verstehe jeden, der sagt: '219 Euro auf einen Schlag? Puh.' Wenn du gerade erst anfängst oder erst mal schauen willst, ob deine Matte und du überhaupt Freunde werdet, gibt es Alternativen. Ich habe zum Beispiel auch Pilates Sister ausprobiert. Das ist deutlich persönlicher und fühlt sich fast wie eine Privatstunde an. Für den Einstieg im Homeoffice ist das super charmant, wie ich auch in meinem Bericht über Pilates Sister Erfahrungen für Anfänger beschrieben habe.
Dann gibt es noch den Klassiker für Sparfüchse: den Pilates-Präventionskurs. Der Clou hier ist, dass die Krankenkasse oft bis zu 100 % erstattet. Der Haken? Es ist ein fester 8-Wochen-Plan. Danach ist Schluss. Für mich als jemand, der Struktur braucht, aber keinen Bock auf ein festes Enddatum hat, war das auf Dauer nichts. Ich brauche das Gefühl, dass morgen ein neues Video wartet.
Meine Erfahrungen mit der Realität: Matte vs. Alltag
Es gibt diese Tage, da sitze ich an einem Logo-Entwurf, die Deadline rückt näher und meine Schultern wandern langsam Richtung Ohren. Früher hätte ich eine Ibuprofen eingeworfen. Heute rolle ich die Matte aus. Pilates&Friends bietet spezielle Kurz-Sequenzen für den Nacken an, die man sogar im Sitzen machen kann – auch wenn ich meistens doch auf dem Boden lande, weil der Hund sonst beleidigt ist.
Was mich allerdings bei Pilates&Friends manchmal nervt: Es gibt eine Trainerin (ich sage nicht wer), die eine so extrem sanfte, fast schon flüsternde Stimme hat, dass ich dabei regelmäßig wegdöse. Das ist toll für das Nervensystem, aber wenn ich morgens um halb neun wach werden will, brauche ich jemanden, der mich ein bisschen fordert. Zum Glück kann man diese Videos einfach überspringen, es gibt ja genug Alternativen.
Kosten-Nutzen-Rechnung (Ehrlich)
Wenn ich mir die letzten Monate ansehe, habe ich die App fast jeden zweiten Tag genutzt. Das sind etwa 15 Einheiten im Monat. Bei 18 Euro Monatskosten kostet mich eine Session also etwa 1,20 €. Das ist lächerlich wenig, wenn man bedenkt, dass mein Rücken seitdem Ruhe gibt. Es ist kein 'Quick Fix', sondern eher wie eine Versicherung für meinen Körper.
Fazit: Lohnt sich die Investition für dich?
Wenn du es ernst meinst und keine Lust mehr hast, dich durch qualitativ schwankende Gratis-Videos zu wühlen, dann ist Pilates&Friends die beste Wahl auf dem Markt. Es ist der Werkzeugkasten für alle, die langfristig schmerzfrei bleiben wollen. Für alle, die eher die spirituelle Schiene suchen, wäre vielleicht der Ayur-Yoga-Basis-Kurs eine Option – der kostet nur einmalig und kombiniert Yoga mit Ayurveda, was auch sehr entspannend sein kann.
Am Ende des Tages ist es egal, wofür du dich entscheidest, solange du anfängst. Dein Rücken wird es dir danken, und dein Hund freut sich wahrscheinlich auch über die extra Zeit auf der Matte. Ich klicke jetzt jedenfalls auf Start – der Zoom-Call wartet nicht, aber mein Nacken braucht dringend diese zehn Minuten Flow.