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Rückenschmerzen vs. Homeoffice: Warum ich 219 € für Pilates&Friends ausgegeben habe (und ob es sich lohnt)

2026.04.14
Rückenschmerzen vs. Homeoffice: Warum ich 219 € für Pilates&Friends ausgegeben habe (und ob es sich lohnt)

Es ist 7:45 Uhr an einem Dienstag im April. Draußen regnet es diesen typischen Münchner Nieselregen, und mein unterer Rücken fühlt sich an, als hätte jemand über Nacht eine rostige Schraube reingedreht. In 15 Minuten startet der erste Zoom-Call mit einem Kunden, der „nur mal kurz“ über die neuen Entwürfe sprechen will. Mein Hund liegt bereits mitten auf meiner Matte und weigert sich beharrlich, Platz zu machen. Das ist mein Alltag – und der Grund, warum ich vor ein paar Monaten tief in die Tasche gegriffen und 219 € für Pilates&Friends auf den Tisch gelegt habe.

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen: Wenn du über einen der Links in diesem Text einen Kurs kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur Zeug, das ich selbst auf meiner Matte neben dem Schreibtisch durchgetestet und mit meinem eigenen Geld bezahlt habe. Volle Transparenz ist mir wichtig, schließlich will ich nicht, dass du denselben Fehler machst wie ich letztes Jahr, als ich aus Versehen ein Abo doppelt bezahlt habe, weil ich die Kündigungsfrist verschlafen habe.

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Der Preis-Schock: Warum 219 € eigentlich ein Schnäppchen sind (wenn man München-Preise kennt)

Als ich die Zahl 219 € zum ersten Mal sah, habe ich kurz geschluckt. Das ist fast so viel wie mein monatlicher Beitrag für das Fitnessstudio, in das ich sowieso nie gehe. Aber rechnen wir das mal kurz durch. In München zahlt man für eine einzige Pilates-Stunde im Studio locker 20 bis 25 Euro. Wenn ich also zweimal die Woche gehe, bin ich im Monat schon bei 200 Euro. Mit dem Pilates&Friends Abo habe ich für das ganze Jahr ausgesorgt. Das sind umgerechnet etwa 18 Euro im Monat – also weniger als eine einzelne Studio-Stunde.

Ich habe in den letzten Jahren so ziemlich alles durch: von kostenlosen YouTube-Videos, die mich eher frustriert haben (weil die Trainerin plötzlich mitten im Flow Werbung für Protein-Riegel macht), bis hin zu Apps, die nach drei Wochen langweilig wurden. Nach meinem Bandscheibenvorfall 2022 war die Ansage meiner Physiotherapeutin klar: „Entweder du machst jetzt Pilates, oder wir sehen uns hier jede Woche für die nächsten zwei Jahre.“ Da ich meine Zeit lieber mit Grafikdesign als mit Fangopackungen verbringe, war die Entscheidung schnell gefallen.

Falls du gerade erst anfängst und dich fragst, wie man überhaupt den Überblick behält, schau dir mal meinen ehrlichen Vergleich der Online-Pilates-Dschungel-Anbieter an. Da erzähle ich auch die peinliche Geschichte mit dem Doppelkauf.

Was steckt hinter der Paywall bei Pilates&Friends?

Was mich bei Pilates&Friends wirklich überzeugt hat, ist die schiere Masse. Wir reden hier von über 3000 Videos. Das ist wie das Netflix für Pilates-Nerds. Es gibt Tage, da will ich nur 10 Minuten Powerhouse-Training, bevor der nächste Call reinkommt. Und es gibt Samstage, an denen ich mir eine volle Stunde Flow gönne, während der Hund versucht, meine Zehen abzulecken.

Ein kleiner Nachteil: Die Auswahl kann am Anfang echt erschlagend sein. Man verbringt manchmal mehr Zeit mit dem Suchen als mit dem Trainieren. Aber nach ein paar Tagen hat man seine Favoriten gefunden. Ich habe mir mittlerweile eine Playlist für „Tage, an denen ich mich wie 80 fühle“ und eine für „Tage, an denen ich Energie für 100 Squats habe“ angelegt.

Vergleich: Muss es immer das teure Abo sein?

Ich weiß, 219 € auf einmal ist eine Ansage. Wenn du gerade knapp bei Kasse bist oder erst mal schauen willst, ob Pilates überhaupt dein Ding ist, gibt es Alternativen. Ich habe zum Beispiel auch den Pilates Sister Kurs ausprobiert. Der kostet nur 45 € und fühlt sich viel persönlicher an, fast wie eine Privatstunde. Das Angebot ist natürlich viel kleiner, aber für den Einstieg ist es super charmant.

Dann gibt es noch den Pilates-Präventionskurs für etwa 32 €. Der Clou hier: Die Krankenkasse erstattet davon oft bis zu 100 %. Wenn du also ein Sparfuchs bist und einen festen 8-Wochen-Plan brauchst, ist das dein Ding. Der Haken? Nach 8 Wochen ist halt Schluss. Es gibt keinen neuen Content, kein „was mache ich jetzt?“. Für mich als Gewohnheitstier war das nichts – ich brauche die Sicherheit, dass ich morgen früh einfach ein neues Video anklicken kann.

Und falls du eher der spirituelle Typ bist (was ich als pragmatische Grafikerin eher weniger bin, aber hey), könnte der Ayur-Yoga-Basis-Kurs für 53 € interessant sein. Es ist eine Einmalzahlung, was ich persönlich liebe, weil man keinen Stress mit Kündigungsfristen hat. Es ist zwar kein reines Pilates, aber eine super Ergänzung, wenn man mal weniger „Core-Power“ und mehr „Ohm“ braucht.

Meine Erfahrungen mit dem "Dazwischen-Gefühl"

Manchmal sitze ich an meinem Schreibtisch, starre auf eine InDesign-Datei und merke, wie meine Schultern langsam Richtung Ohren wandern. In solchen Momenten ist die Matte neben dem Tisch mein Rettungsanker. Ich habe gelernt, dass Beständigkeit wichtiger ist als Perfektion. Es bringt nichts, sich einmal im Monat im Studio völlig zu verausgaben, wenn man den Rest der Zeit wie ein Fragezeichen vor dem Laptop sitzt. Wie ich nach drei Jahren Chaos endlich Struktur gefunden habe, kannst du übrigens hier nachlesen: Warum ich nach 3 Jahren Pilates-Abo-Chaos endlich weiß, wofür ich zahle.

Die harten Fakten: Was kriegst du für dein Geld?

Lass uns mal die Emotionen beiseite lassen und auf die nackten Zahlen schauen. Wenn ich mir die letzten 6 Monate ansehe (wir haben heute den 14. April 2026), habe ich Pilates&Friends fast jeden zweiten Tag genutzt. Das sind ca. 90 Einheiten. Bei einem Preis von 219 € pro Jahr (was ich im Januar bezahlt habe), hat mich jede Einheit bisher etwa 2,40 € gekostet. Das ist weniger als ein Cappuccino beim Bäcker um die Ecke.

Was mich nervt: Die Trainerin in einem der Videos (ich nenne keinen Namen) hat eine so extrem sanfte Stimme, dass ich dabei fast einschlafe. Das ist toll für Entspannung, aber wenn ich morgens wach werden will, brauche ich jemanden, der mich ein bisschen fordert. Zum Glück gibt es bei der Masse an Videos genug Alternativen, sodass ich diese eine Trainerin einfach meiden kann.

Fazit: Lohnt sich die Investition?

Wenn du es ernst meinst und keine Lust mehr hast, dich durch qualitativ minderwertige Gratis-Videos zu quälen, dann ja. Pilates&Friends ist die Investition wert, wenn du die Flexibilität des Homeoffice nutzt und wirklich regelmäßig trainieren willst. Es ist kein „Quick Fix“, sondern ein Werkzeugkasten für einen schmerzfreien Rücken.

Für alle, die erst mal vorsichtig testen wollen oder eine Einmalzahlung bevorzugen, sind Pilates Sister oder der Ayur-Yoga-Basis-Kurs die bessere Wahl. Aber egal wofür du dich entscheidest: Fang an. Dein Rücken (und vielleicht auch dein Hund, der eine neue Schlafunterlage bekommt) wird es dir danken.

Ich rolle jetzt wieder meine Matte aus. Der nächste Call ist in 20 Minuten, und ich habe noch genau Zeit für eine kurze Session für den Nacken. Wir sehen uns auf der Matte!