MattenFlow

Welche Pilates&Friends Übungen für zuhause passen zu deinem Level?

2026.08.10
Pilates-Level-Guide für zuhause: welche Pilates&Friends Übungen zu deinem Trainingsstand passen

Die Zahl neben einem Pilates&Friends-Video sagt so gut wie nichts darüber aus, wie sehr die Beine am nächsten Morgen zittern. Wer online nach dem passenden Pilates-Level für das Training im Homeoffice sucht, vor allem nach einem Bandscheibenvorfall wie meinem, verlässt sich meistens genau auf diese Zahl, und liegt damit öfter falsch, als das Kursmarketing zugibt.

Kurz zur Transparenz, bevor es weitergeht: Diese Seite enthält Affiliate-Links, und wenn du über einen davon einen Kurs buchst, bekomme ich eine Provision — ohne Aufpreis für dich. Getestet habe ich hier ausschließlich Plattformen, für die ich selbst bezahlt habe.

Der Irrtum: Ein höheres Level bedeutet automatisch mehr Anstrengung

In der klassischen Fitness-Welt heißt ein höheres Level fast immer: schneller, schweißtreibender, komplizierter. Bei Pilates funktioniert das anders, und genau das musste ich nach meinem Bandscheibenvorfall lernen, nicht weil eine Physiotherapeutin es mir vorgebetet hat, sondern weil ich als Grafikdesignerin mit jahrelang verspanntem Rücken jede Abkürzung ausprobiert habe, bevor ich kapiert habe, dass es keine gibt.

Bei Pilates&Friends zählt vor allem, wie kontrolliert eine Bewegung ausgeführt wird — nicht, wie kompliziert sie aussieht. Manchmal fällt mir eine fortgeschrittene Modifikation leichter als die angeblich einfache Basisversion, weil meine Tiefenmuskulatur als Grafikdesignerin durch das viele Sitzen ganz eigene Schwachstellen entwickelt hat.

Was zeigt die Levelnummer bei Pilates&Friends eigentlich an?

Ein Level-1-Video kann brutaler sein als ein ruhig unterrichteter Level-3-Flow, wenn die Trainerin auf Präzision besteht statt auf Tempo. Die Nummer beschreibt eher, wie viele Zwischenschritte eine Übung hat und wie viel Vorwissen über die eigene Ausrichtung vorausgesetzt wird, nicht wie anstrengend die nächsten Minuten werden.

Wer ganz am Anfang steht und lieber einen festen Rahmen als ein Videoarchiv mit über 3000 Clips möchte, findet im Pilates-Präventionskurs einen strukturierten Acht-Wochen-Einstieg ohne Abo-Verpflichtung — kein schlechter Startpunkt, wenn einen die schiere Auswahl bei größeren Plattformen eher lähmt als motiviert.

Tablet mit Level-Filter in der Pilates&Friends App für gezieltes Online-Pilates-Training im Homeoffice

Wulfhild Sternbergs Level-3-Fehlstart

Eine Leserin, die hier seit Monaten kommentiert — Wulfhild Sternberg — hat mir mal geschrieben, dass sie sich bei Pilates&Friends direkt in Level 3 eingebucht hat, weil sie „nicht bei den Anfängern hängenbleiben" wollte. Monatelang biss sie sich durch Übungen, bei denen die Basis fehlte und nichts richtig saß, bevor sie zurück auf Level 1 wechselte — und das Training überhaupt erst wirksam wurde.

Sie fragt bis heute regelmäßig nach, wie viel Zeit sie pro Woche realistisch einplanen soll, bevor sie ins nächste Level wechselt. Diese Frage entscheidet meiner Erfahrung nach mehr über den Trainingserfolg als die Levelnummer selbst.

Das eigene Level unabhängig von der Zahl einschätzen

Ein brauchbarer Test läuft so: Nach einer Einheit sollte sich die Rumpfmitte gearbeitet anfühlen, ohne dass man in den letzten Wiederholungen ins Zittern oder Ausweichen gerät. Zittert die Hüfte schon in der ersten Runde einer als „einfach" markierten Übung, ist das Level zu hoch, unabhängig davon, was auf dem Video-Thumbnail steht. Fühlt sich dagegen keine einzige Wiederholung fordernd an, lohnt sich der Sprung nach oben, egal welche Zahl gerade angezeigt wird.

Mehr Diagnostik braucht es dafür nicht.

Vorher hatte ich es mit einem Stehschreibtisch-Aufsatz versucht, in der Hoffnung, dass reines Stehen für einen besseren Rücken reicht. Nach einer Woche stand das Ding nur noch ungenutzt in der Ecke neben dem Schreibtisch. Übungen, die gezielt die Stabilität fordern, haben mehr gebracht als jede Haltungsänderung, die ich mir einfach nur aufgezwungen habe.

Was wirklich hilft, merke ich eher an kleinen Dingen als an einem großen Aha-Moment: Neulich habe ich den Hund von der Matte hochgehoben, ohne dass mein Rücken sich mit dem gewohnten kurzen Ziehen gemeldet hat. Kein Abstützen, kein vorsichtiges Verlagern, einfach hoch und weg. Die Matte liegt ohnehin meistens halb aufgerollt in der Ecke neben dem Schreibtisch, dort wo die Küche anschließt, weil ich sie zwischen zwei Calls nie ganz wegräume.

Meine Nachbarin Sunniva Dreher trainiert inzwischen manchmal per Video mit, seit wir uns im Treppenhaus über Matten unterhalten haben, und bewertet jede neue Trainerin gnadenlos mit einem einzigen Adjektiv (mehr Wörter gibt sie sich dafür nicht). Die letzte war „einschläfernd", was ich nicht ganz von der Hand weisen konnte.

Pilates-Übung Bridge auf der Matte im Homeoffice, mit Hund als Trainingsbegleiter beim Online-Pilates

Level 2 und 3 lohnen sich erst, wenn die Basis trägt

Sobald die Basis-Level sich nicht mehr fordernd anfühlen, lohnt sich der Wechsel zu den „Intermediate"-Klassen, in denen viele Trainer:innen mit Kleingeräten arbeiten. Wie Ring und Ball dabei eingesetzt werden, beschreibe ich ausführlicher in meinem Bericht über Pilates mit Ring und Ball.

Wichtiger als die Levelzahl ist an solchen Tagen ohnehin, wie sich die Hüfte nach Stunden am Tablet anfühlt — fest und unbeweglich braucht andere Übungen als locker und wach. Mein Ansatz gegen Hüftschmerzen vom langen Sitzen hilft mir dabei, das Level flexibel an den Tag statt an die Zahl anzupassen.

Das richtige Level ohne Rätselraten finden

Unterm Strich bringt die Levelzahl beim Pilates&Friends Abo vor allem eins: eine grobe Sortierung, keine Diagnose. Die eigentliche Regel ist einfacher, als das Marketing sie klingen lässt — wechsle das Level, wenn eine Übung entweder komplett mühelos oder komplett unkontrolliert wird, alles dazwischen ist genau richtig für dich.

Wer lieber sanfter einsteigt und Pilates mit etwas Ruhigerem kombinieren will, findet im Ayur-Yoga-Basis-Kurs eine Ergänzung mit Einmalzahlung statt Abo — praktisch für alle, die lieber einmal zahlen als noch ein weiteres Abo im Blick behalten müssen.

Am wenigsten hilfreich ist beim Level-Wechsel übrigens der Ehrgeiz, möglichst schnell durch die Stufen zu kommen (das Video-Thumbnail merkt sich niemand, den steifen Rücken am nächsten Tag schon). Der Hund liegt trotzdem meistens auf der Matte, egal welches Level gerade läuft, und wartet geduldig darauf, dass ich ihn wieder zur Seite schiebe.