
Man muss mehrere Abos kündigen und Programme durchprobieren, bevor man weiß, wonach man bei einem Online-Pilates-Kurs wirklich sucht. Ausgehend von einem Bandscheibenvorfall, der mich 2022 überhaupt erst zum Sport gebracht hat, und einem Hund, der jede Homeoffice-Fitness-Einheit für eine Mischung aus Zuschauerplatz und Ringecke hält, habe ich vier Programme durchprobiert. Eine ausführliche Pilates&Friends-Erfahrung ist dabei herausgekommen, aber auch ein paar Enttäuschungen, die zeigen, dass die Antwort nicht in einem einzigen Kursnamen steckt.
Kurz zur Transparenz, bevor es weitergeht: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Bucht ihr über einen dieser Links einen Kurs, bekomme ich eine Provision, ohne dass sich der Preis für euch ändert. Getestet habe ich nur, wofür ich selbst bezahlt habe – Kreditkartenabrechnung und Hundehaare auf der Matte inklusive.
Der Bandscheibenvorfall als Ausgangspunkt
Die Diagnose kam 2022, unspektakulär und ziemlich endgültig: Bandscheibenvorfall, dazu die klare Ansage der Physiotherapeutin, entweder regelmäßig Pilates zu machen oder eben regelmäßig bei ihr in der Praxis vorbeizuschauen. Als Grafikerin, die ihre Tage gekrümmt vor dem Bildschirm verbringt, hatte ich wenig Gegenargumente.
Vorher hatte ich es unter anderem mit Wärmepflastern bei akuten Beschwerden versucht – die linderten kurz und änderten am eigentlichen Problem nichts.
Seit vier Jahren mache ich das jetzt, quer durch vier verschiedene Programme: zwei davon gekündigt, eins aus Versehen doppelt bezahlt, weil ich mich mit einer zweiten Mail-Adresse angemeldet und das alte Abo schlicht vergessen hatte.
Ob Online-Pilates speziell nach einem Bandscheibenvorfall geeignet ist, ist übrigens eine andere, deutlich längere Geschichte, die hier keinen Platz hat.
Anforderungen an einen Online-Pilates-Kurs für die Homeoffice-Fitness
Ein Kurs, der nur für die ruhige Yoga-Stunde ohne jede Ablenkung gedacht ist, funktioniert bei mir nicht.
Ich wohne in Schwabing, wo der Hund eigentlich lieber die Straße erkunden würde, statt sich quer über die Trainingsmatte zu legen. Stattdessen liegt er während jeder Einheit genau dort und hat nicht vor, daran etwas zu ändern.
Ein Programm mit einem einzigen starren Sechzig-Minuten-Flow ohne Alternativen fällt bei mir deshalb automatisch durch. Entscheidend ist, ob sich eine Einheit auch mal auf fünfzehn Minuten kürzen lässt, ohne dass der Aufbau kaputtgeht, und ob die Trainerin oder der Trainer so präzise ansagt, dass ich nicht ständig auf den Bildschirm schielen muss, während gerade eine Hundenase mein Ohr erkundet.
Neulich saß ich vier Stunden am Stück am Schreibtisch, ohne mich ein einziges Mal bewusst zu strecken, bis der Hund mit der Schnauze gegen mein Bein stupste. Ein Kurs, der nur den makellosen Trainingstag im Kopf hat, hilft an solchen Tagen herzlich wenig.
Die Stimme kommt über die Laptop-Lautsprecher dabei oft ein bisschen dünn und blechern rüber, gerade noch klar genug, um die nächste Übung anzusagen, bevor der Hund beschließt, dass für heute genug trainiert wurde. Wie genau sich Homeoffice-Haltung und Kurswahl gegenseitig beeinflussen, ist ein eigenes, ausführlicheres Thema, das an anderer Stelle steht.
Die Auswahl macht bei Pilates&Friends den Unterschied
Pilates&Friends ist bei mir seit einer Weile die Basis, einfach weil die Bibliothek so groß ist, dass sich für praktisch jede Tagesform ein passendes Video findet. Über 3000 Videos mit professionellen Trainer:innen, dazu laufend neue Kurse, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Kündigen lässt sich das Abo ohne Jahresvertrag, was bei einem Hund, der das Trainingsprogramm gerne spontan über den Haufen wirft, kein unwichtiges Detail ist.
Wie genau sich Pilates&Friends oder Pilates Sister: Welcher Online Kurs passt besser zu dir? gegeneinander schlagen, habe ich an anderer Stelle im Detail durchgerechnet. Pilates Sister punktet mit einer persönlicheren Atmosphäre und einem niedrigeren Einstiegspreis, Pilates&Friends mit der schieren Auswahl – für meinen wechselhaften Alltag gewinnt am Ende die Auswahl.
Mein Freund Pawel, der genauso wie ich aus dem alten Bürojob ins Homeoffice gewechselt ist, kündigt und abonniert Pilates-Programme so häufig neu, dass ich mit dem Mitschreiben nicht hinterherkomme. Er ist so ziemlich das lebende Gegenargument gegen die Idee, ein Abo sei automatisch die günstigere Wahl gegenüber Einzelkäufen.
Präzision, Kontrolle und der Vierbeiner auf der Matte
Zwei der sechs Pilates-Prinzipien, Präzision und Kontrolle, bekommen bei mir eine ziemlich praktische Prüfung: 'Roll Like a Ball' mit einem Hundespielzeug unter der Matte ist etwas anderes als dieselbe Übung im ruhigen Studio.
Kamera im Zoom-Call bleibt an solchen Morgen grundsätzlich aus.
Wer einen jungen, verspielten Hund hat, weiß genau, dass Pilates zu Hause streckenweise Kontaktsport ist. Ein Kurs mit klaren, kurzen Ansagen ist dabei mehr wert als einer mit viel Ambiente und wenig Substanz.
Ausrüstung, Probewoche und der Preis pro Einheit
Wer bei null anfängt, sollte sich erst klarmachen, was er wirklich braucht, bevor er in Ausrüstung investiert, die am Ende ungenutzt in der Ecke liegt. Was Pilates Training zu Hause: Welche Ausrüstung du wirklich brauchst tatsächlich bedeutet, ist meistens weniger, als es auf Social Media aussieht. Eine dicke Matte ist bei Hundekrallen allerdings keine Kür, sondern Pflicht, das kann ich aus Erfahrung sagen.
Raffaele, ein Mitglied aus einer Facebook-Gruppe für Homeoffice-Fitness, hat mich neulich gefragt, was so ein Abo pro Trainingseinheit eigentlich kostet. Er glaubt grundsätzlich keinem Marketing-Versprechen ohne belastbare Zahlen dahinter, und ganz unrecht hat er damit nicht.
Eine seriöse Rechnung braucht allerdings echte Preise als Grundlage, und die schwanken je nach Anbieter, Rabattaktion und Laufzeit so stark, dass eine pauschale Zahl hier mehr verschleiert, als sie zeigt. Genauer wird es erst, wenn man beim jeweiligen Anbieter selbst nachschaut, was gerade gilt.
Bevor man sich für ein Abo entscheidet, lohnt sich ohnehin ein Blick auf Pilates Online Kurs kostenlos testen: Wo gibt es die besten Gratis-Probewochen? – eine Probewoche zeigt ziemlich zuverlässig, ob die Ansagen zu einem passen und ob die App im Alltag hilft oder nervt, noch bevor die erste Abbuchung kommt.
Ich selbst habe irgendwann aufgehört, ständig neue Probewochen zu sammeln, und angefangen, für ein Programm zu bezahlen, das ich tatsächlich durchhalte.
Der Wert einer Zertifizierung
Zertifizierte Kurse mit fester Struktur haben ihren eigenen Platz, etwa der Pilates-Präventionskurs mit seinem klar getakteten Acht-Wochen-Plan für den Einstieg. Danach ist aber auch Schluss, und man steht wieder ohne Programm da. Was eine Zertifizierung im Detail wert ist und wann sie tatsächlich etwas über die Qualität eines Kurses aussagt, ist eine längere Diskussion, die an anderer Stelle ausführlicher geführt wird.
Ob eine eigene App gegenüber dem Browser wirklich einen Unterschied macht, hängt stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab, dazu gibt es andernorts einen ausführlicheren Vergleich. Genauso bleibt die Frage, ob kostenlose YouTube-Videos einen bezahlten Kurs ersetzen können, öfter Gesprächsthema in Kommentarspalten, als es die eigentliche Antwort verdient hätte. Auch das habe ich woanders im Detail durchgekaut.
So messe ich einen guten Kurs
Fünf-Minuten-Quickies aus dem Social-Media-Feed bringen selten mehr als ein Hohlkreuz und ein kurzes gutes Gefühl. Wer es ernst meint, kommt an einer Plattform mit echter Anleitung kaum vorbei, egal wie sehr vier Pfoten dabei um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Für mich bleibt Pilates&Friends der Favorit, aus genau den Gründen, die oben stehen: Auswahl, Flexibilität bei der Kündigung und Ansagen, die auch mit halbem Ohr funktionieren. Wer unverbindlich reinschnuppern will, orientiert sich am besten an den Testoptionen, die weiter oben verlinkt sind. Der Rücken, und je nach Haushalt auch der Hund, merkt den Unterschied meistens schnell.