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Pilates&Friends im Test: Warum die Vielfalt an Trainern den Unterschied macht

2026.10.12
Pilates&Friends im Test: Warum die Vielfalt an Trainern den Unterschied macht

An einem verregneten Vormittag im letzten November fand ich mich in einer Situation wieder, die mein Physiotherapeut wahrscheinlich als 'kontraproduktiv' bezeichnet hätte. Ich lag auf allen Vieren, bereit für den 'Cat-Stretch', während mein Golden Retriever beschlossen hatte, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Ringkampf-Match sei. Das alles passierte auf dem Parkettboden meines Münchner Homeoffice, während der Zeiger unaufhaltsam auf den ersten Zoom-Call des Tages rückte.

Bevor wir tiefer in meine Erfahrungen mit der Plattform eintauchen: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Ich empfehle hier nur, was ich selbst auf meiner Matte neben dem Schreibtisch getestet und aus eigener Tasche bezahlt habe. Volle Transparenz, von Grafikerin zu Kollegin.

Seit meinem Bandscheibenvorfall im Jahr 2022 ist Pilates für mich kein Lifestyle-Trend, sondern eine Überlebensstrategie gegen die Steifheit des langen Sitzens. Nach zwei gekündigten Abos und einem peinlichen Moment Anfang Januar, als ich auf meinem Kontoauszug feststellte, dass ich für einen Kurs dank zwei verschiedener E-Mail-Adressen doppelt bezahlt hatte, bin ich schließlich beim Pilates&Friends Abo gelandet. Es war die Suche nach etwas, das über die üblichen YouTube-Häppchen hinausgeht, die mich dorthin geführt hat.

Das Problem mit dem 'Einen' Guru

In meinen ersten Versuchen mit Online-Pilates hatte ich oft das Problem, dass ich nach drei Wochen die Stimme der Trainerin nicht mehr hören konnte. Wenn man jeden Morgen um kurz vor neun die gleichen Sätze hört, fängt man irgendwann an, die Anweisungen im Schlaf mitzusprechen – und zwar nicht auf die motivierende Art. Bei Pilates&Friends ist das anders. Hier gibt es nicht die eine Vorturnerin, sondern einen riesigen Pool an Profis.

Ich habe gelernt, dass mein Rücken je nach Tagesform unterschiedliche Ansprachen braucht. An Tagen, an denen sich meine Lendenwirbelsäule wie ein festgerostetes Scharnier anfühlt, brauche ich jemanden, der mich ruhig und fast schon klinisch präzise durch die Mobilisation führt. Wenn ich mich nach einem stressigen Design-Pitch auspowern will, darf es ruhig die energische Trainerin sein, die mich an mein Powerhouse erinnert, bis die Bauchmuskeln brennen.

Laptop-Bildschirm mit der Kursübersicht und verschiedenen Trainern von Pilates&Friends

Diese Vielfalt ist Segen und Fluch zugleich. Manchmal verbringe ich zehn Minuten damit, durch die über 3000 Videos zu scrollen, nur um das perfekte Training für meine aktuelle Stimmung zu finden. Das ist der Preis für die Flexibilität: Man muss sich selbst ein bisschen besser kennenlernen, um die richtigen Filter zu setzen. Aber genau das macht den Unterschied zu einem starren 8-Wochen-Plan aus, wie man ihn vom klassischen Pilates-Präventionskurs kennt. Dort ist nach acht Wochen Schluss, hier fängt die Reise eigentlich erst an.

Die Realität auf der 15mm-Matte

Wenn ich morgens die Matte ausrolle, ist das erste Geräusch das vertraute Quietschen meiner 15mm-Matte auf dem Parkett. Es ist eine extra dicke Matte, weil meine Wirbelsäule bei den Roll-ups sonst direkt gegen den harten Boden protestiert. Während ich versuche, den 'Hundred' sauber auszuführen, steigt mir oft der Geruch von kaltem Kaffee in die Nase, der noch von der ersten Tasse auf dem Schreibtisch steht. Es ist nicht glamourös, aber es ist echt.

Ein entscheidender Moment für mich war Mitte April, als ich zum ersten Mal diese spezifische, tiefe Wärme in den unteren Bauchmuskeln spürte. Nicht dieses brennende Ziehen im Nacken, das man bekommt, wenn man die Übungen falsch macht, sondern diese Kraft von innen heraus. In diesem Moment wusste ich: Die Auswahl der Trainer bei Pilates&Friends hilft mir, die Technik wirklich zu verstehen, weil jeder sie ein bisschen anders erklärt. Irgendwann macht es bei einer bestimmten Formulierung einfach 'Klick'.

Ich denke dann oft: 'Wenn diese Trainerin jetzt noch einmal *nur noch ein einziges Mal* sagt, dann gehe ich zurück ins Bett' – während der Hund mir hingebungsvoll das Ohr leckt. Aber ich bleibe dran, weil die Qualität der Videos einfach stimmt. Es fühlt sich weniger nach Fitness-Marketing an und mehr nach echtem Handwerk. Wer sich fragt, wie er den Einstieg findet, sollte sich meine Pilates&Friends Kursübersicht ansehen, da habe ich die Level mal aufgedröselt.

Vergleich: Warum nicht einfach YouTube?

Ich war die Königin der YouTube-Playlists. Ich hatte hunderte Videos gespeichert, aber gemacht habe ich sie selten. Warum? Weil die Qualität schwankt und man ständig von Werbung für Proteinriegel unterbrochen wird. Bei einem bezahlten Abo wie Pilates&Friends ist die Hürde höher, aber die Belohnung auch. Die Plattform wirkt wie ein gut sortiertes Archiv – fast wie eine Fachbibliothek für Bewegung.

Im Vergleich zu Programmen wie Pilates Sister, die sehr auf eine persönliche Community und eine feste Trainerin setzen, ist Pilates&Friends eher das 'Netflix des Pilates'. Es ist weniger familiär, dafür professioneller in der Breite. Wenn du jemanden suchst, der dich an die Hand nimmt und wie eine beste Freundin motiviert, ist Pilates Sister vielleicht eher dein Ding. Aber für die langfristige Arbeit an einem Bandscheiben-Thema ist mir die fachliche Tiefe und die Auswahl an verschiedenen Ansätzen (von klassisch nach Joseph Pilates bis modern-athletisch) wichtiger.

Hundepfoten auf einer Pilatesmatte im Homeoffice

Während der Hitzewelle im Juli war ich besonders froh über die kurzen 10-Minuten-Einheiten für die Mittagspause. Wenn das Büro unter dem Dach glüht, will man kein 60-minütiges Power-Workout machen. Da reicht eine kurze Mobilisation der Brustwirbelsäule, um den 'Schildkröten-Nacken' vom Starren auf den Monitor zu korrigieren. Mehr dazu findest du auch in meinem Text über Ganzkörpertraining zu Hause.

Die Sache mit der Motivation und dem inneren Schweinehund

Seien wir ehrlich: Kein Online-Kurs der Welt wird dich magisch von der Couch ziehen. Aber die Hürde wird kleiner, wenn die App flüssig läuft und man nicht erst ewig suchen muss. Die Filterfunktion bei Pilates&Friends erlaubt es, nach Dauer, Level, Trainer und sogar nach Kleingeräten wie dem Pilates-Ball oder dem Ring zu suchen. Das spart Zeit, auch wenn die schiere Masse am Anfang erschlagend wirkt.

Ein kleiner Tipp von einer, die schon viel Lehrgeld bezahlt hat: Achte darauf, welches Abo du abschließt. Die Preisstrukturen sind fair, aber man muss wissen, ob man monatliche Flexibilität will oder durch eine längere Laufzeit sparen möchte. Es gibt keinen 'Basis-Plan', der dich dann für jede gute Übung extra zur Kasse bittet – wenn du drin bist, hast du Zugriff auf alles. Das ist deutlich entspannter als bei Apps, die ständig In-App-Käufe aufdrängen.

Falls dir Pilates manchmal zu technisch ist und du zwischendurch etwas mehr 'Zen' brauchst, habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, es mit Yoga zu ergänzen. Ich nutze dafür gelegentlich den Ayur-Yoga-Basis-Kurs, wenn mein Kopf nach einem langen Tag voller Korrekturschleifen einfach nicht mehr stillstehen will. Es ist eine gute Abwechslung, um die Muskulatur mal auf eine andere Art zu dehnen.

Fazit: Lohnt sich die Trainer-Vielfalt?

Nach fast einem Jahr mit Pilates&Friends kann ich sagen: Ja, die Vielfalt macht den Unterschied, aber sie erfordert Disziplin bei der Auswahl. Wer schnell überfordert ist, braucht vielleicht ein paar Tage, um seine Lieblingstrainer zu finden. Aber für meinen Rücken war es die beste Entscheidung. Ich habe aufgehört, Kurse zu sammeln, und angefangen, sie wirklich zu machen.

Wenn du eine solide Plattform suchst, die dich jahrelang begleiten kann, ohne dass es langweilig wird, ist das Pilates&Friends Abo meine klare Empfehlung. Es ist kein schickes Influencer-Programm, sondern eine ernsthafte Trainingsplattform. Mein Hund hat sich übrigens damit abgefunden – er nutzt meine Entspannungsphase am Ende jetzt immer für ein Nickerchen auf dem Ende der Matte.

9.2

Pilates&Friends Abo

Vorteile

  • ● Riesige Auswahl mit über 3000 Profi-Videos
  • ● Enorme Trainer-Vielfalt für jeden Geschmack
  • ● Wöchentlich neue Inhalte sorgen für Abwechslung
  • ● Hervorragende Suchfilter für gezieltes Training

Nachteile

  • ○ Die große Auswahl kann Einsteiger anfangs überfordern
  • ○ Keine so starke persönliche Community-Bindung wie bei Einzel-Coaches
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