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Pilates Übungen für die Körpermitte: Meine Favoriten bei Pilates&Friends im Test

2026.08.30
Pilates Übungen für die Körpermitte im Pilates&Friends Online-Kurs Test

Der Hund liegt schon wieder mitten auf der Matte, während ich beim Single Leg Stretch versuche, das rechte Knie sauber ranzuziehen, ohne ihm ins Ohr zu treten. Genau in diesem Moment fällt mir wieder auf, wie schief der Satz ist, den ich ständig irgendwo lese: Eine stabile Körpermitte braucht angeblich möglichst viel Abwechslung, sonst gewöhnt sich der Körper daran und der Fortschritt stoppt. Bei Pilates&Friends, dem Online-Kurs, mit dem ich seit meinem Bandscheibenvorfall arbeite, sehe ich es inzwischen umgekehrt: meine drei verlässlichsten Übungen sind seit langem immer dieselben, und genau das ist der Punkt.

Kurz zur Transparenz, bevor es weitergeht: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Buchst du über einen davon einen Kurs, bekomme ich eine Provision, am Preis für dich ändert sich nichts. Empfohlen wird hier nur, wofür ich selbst bezahlt habe — inklusive der Abos, die ich wieder gekündigt habe.

Der Mythos: Immer neue Übungen für eine bessere Körpermitte

Die Kurzfassung meiner Vorgeschichte: 2022 hat meine Physiotherapeutin nach einem Bandscheibenvorfall ziemlich unmissverständlich klargemacht, dass Pilates keine Option ist, sondern die Bedingung, wenn ich sie nicht jede Woche wiedersehen will. Feste Studiotermine am anderen Ende der Stadt passten für mich als Homeoffice-Grafikerin nicht ins Programm, also ging die Suche online los.

Eine Rücken-Yoga-App mit einer Gratis-Woche hatte ich mir davor schon heruntergeladen. Nach den sieben Tagen habe ich sie einfach nie verlängert, weil mich in der Zeit kein einziges Video wirklich gepackt hat. Wie man so eine kostenlose Testphase eigentlich sinnvoll nutzt, statt sie ungenutzt verstreichen zu lassen, ist übrigens eine eigene Geschichte für sich. Am Ende bin ich bei Pilates&Friends gelandet, auch weil ich am Anfang so verpeilt war, dass ich aus Versehen mit zwei verschiedenen E-Mail-Adressen Abos abgeschlossen habe und drei Monate lang doppelt zahlte.

Der Mythos, den ich seitdem ständig höre, lautet ungefähr so: Je größer die Videoauswahl, desto schneller wird die Körpermitte stark. Bei über 3000 Videos in der Bibliothek klingt das erst mal einleuchtend. Nur nutze ich davon vielleicht zehn regelmäßig, und meine Körpermitte hat sich dadurch nicht schlechter entwickelt als bei jemandem, der jede Woche etwas komplett Neues probiert.

Tablet zeigt die Pilates&Friends Kursübersicht für Körpermitte-Übungen auf einer Trainingsmatte

Powerhouse und Beckenboden bei Pilates&Friends

Bei Pilates&Friends taucht ständig das Wort Powerhouse auf — klingt nach Fitness-Marketing aus den Neunzigern, gemeint ist im Kern aber einfach die Körpermitte als Ganzes, ohne dass ich hier auflisten muss, welcher Muskel im Detail wofür zuständig ist. Der Beckenboden spielt dabei natürlich mit rein, aber wie man den gezielt trainiert, ist ein eigenes Thema, das ich hier bewusst nicht aufmache. Genauso bei der neutralen Wirbelsäule und der Beckenkippung, die beim Tabletop ständig erwähnt werden — warum die beiden so wichtig sind, erkläre ich lieber an anderer Stelle ausführlich.

Drei Übungen reichen mir völlig aus

Von dem riesigen Katalog bleiben bei mir im Alltag genau drei Übungen hängen. The Hundred läuft meistens morgens, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, bevor der Kaffee wirkt — bei Pilates&Friends gibt es davon gefühlt fünfzig Varianten, ich bleibe trotzdem bei der einfachsten. Beim Single Leg Stretch spüre ich dieses spezifische Brennen hinter dem Bauchnabel, das sich komplett anders anfühlt als klassisches Bauchmuskeltraining im Fitnessstudio — kein oberflächliches Ziehen, eher Stabilität von innen heraus. Und dann ist da noch das Tabletop, meine verlässlichste Übung für einen ruhigen Rücken, auch wenn der Hund regelmäßig mit der Nase gegen meinen Knöchel stupst, weil er wissen will, warum ich so komische Geräusche mache.

Im Vergleich dazu läuft ein klassischer Pilates-Präventionskurs oft stur nach einem festen Achtwochenplan, danach ist Schluss, keine Wahlmöglichkeit, kein Weitermachen. Ob so ein Kurs zertifiziert ist oder nicht, sagt für sich genommen noch nichts über die Unterrichtsqualität aus, das ist eine andere Debatte. Bei Pilates&Friends wähle ich stattdessen aus der riesigen Bibliothek genau die Übungen aus, die für mich funktionieren, und lasse den Rest liegen — für Fortgeschrittene gibt es dort übrigens eigene Levels, aber das ist einen eigenen Test wert.

Ob das Ganze wirklich etwas bringt, merke ich eher in Alltagsmomenten als beim Training selbst. Neulich habe ich am Viktualienmarkt vor einem Fototermin meine vollgepackte Kameratasche hochgehoben, ohne dabei reflexartig die Luft anzuhalten — solche Kleinigkeiten sind für mich der eigentliche Beweis, nicht die Zahl der absolvierten Videos.

Pilates Tabletop Übung für die Körpermitte auf einer Trainingsmatte im Wohnzimmer

Warum Auswahl allein nicht reicht

Ein Abo bei Pilates&Friends zu haben, macht einen nicht automatisch fit — das ist der Teil, den viele Fitness-Accounts gern unterschlagen. Ich brauche dafür deutlich mehr Eigendisziplin als bei einem Kurs vor Ort, wo mich niemand böse anschaut, wenn ich mich nach der Hälfte auf die Matte lege. Ob ich über die App oder im Browser trainiere, macht im Ergebnis kaum einen Unterschied, wobei ich fast immer den Browser nehme, aus Gründen, die nichts mit der Körpermitte zu tun haben. Einen ausführlichen Vergleich zwischen kostenlosen YouTube-Kanälen und bezahlten Kursen spare ich mir hier ebenfalls, das habe ich an anderer Stelle schon gemacht.

Am ehesten vergleiche ich das Ganze mit meinen Design-Programm-Abos: Nur weil ich dafür bezahle, werde ich davon noch keine bessere Grafikerin, ich muss das Programm auch öffnen und benutzen. Bei einem Kurs in einem Münchner Studio zahle ich 25 Euro für die Einzelstunde und bleibe trotzdem an feste Termine gebunden, bei Pilates&Friends zahle ich einen monatlichen Betrag, der etwa zwei Flat Whites in der Innenstadt entspricht, und trainiere, wann es passt. Das ist für mich der ultimative Vergleich der besten Abos für Kreative.

Kündigen oder bleiben: meine Abo-Bilanz

Vor Kurzem habe ich mal wieder Inventur bei meinen laufenden Abos gemacht. Ein reiner Yoga-Kurs wie der Ayur-Yoga-Basis-Kurs ist entspannend und läuft als Einmalzahlung statt als Dauer-Abo — für alle, die Kündigungsstress hassen, durchaus ein Argument, auch wenn das eine andere Rechnung ist als bei einem laufenden Abo. Für meine Körpermitte fehlte mir dort die gezielte Kraftkomponente, deshalb bin ich bei Pilates&Friends geblieben. Pilates Sister habe ich nach einer Weile ebenfalls wieder gekündigt, weil mir die Übungsauswahl dort auf Dauer zu eintönig wurde.

Ob ein Kurs wie dieser auch nach einem Bandscheibenvorfall grundsätzlich geeignet ist oder wann der Übergang direkt aus der Physiotherapie sinnvoll ist, sind beides Fragen, die eine ausführlichere Antwort verdienen, als ich hier geben kann. Ausrüstung braucht es für mich dabei kaum, eine Matte reicht, alles andere ist Kür — welches Zubehör sich wirklich lohnt, ist wieder ein eigenes Thema.

Meine Nachbarin Sunniva, die im selben Altbau wohnt und mich mal im Treppenhaus wegen meiner Matte angesprochen hat, trainiert inzwischen ab und zu über Video mit — solange es früh am Morgen bleibt, denn Training nach acht Uhr lehnt sie kategorisch ab. Wenn zwei Calls direkt hintereinander liegen, baue ich manchmal nur eine kurze Einheit von wenigen Minuten ein statt einer ganzen Session, und die Atemtechnik aus den Kursen nutze ich mittlerweile auch, um zwischen zwei stressigen Terminen kurz runterzukommen. Beides sind eigentlich eigene Themen für sich, genau wie die Frage, wie Homeoffice und eine schlechte Haltung überhaupt zusammenhängen — das mechanisch aufzudröseln, spare ich mir für einen anderen Artikel.

Genau danach hat mich vor Kurzem auch Wulfhild gefragt, eine Leserin, die seit einer Weile unter meinen Artikeln kommentiert und gerade als Anfängerin einsteigt: ob sie sich erst durch alle Level kämpfen muss, bevor die Übungen für die Körpermitte überhaupt etwas bringen. Ihr Job kennt keinen festen Feierabend, Bewegung plant sie meistens kurzfristig, und sie wollte wissen, ob sich das mit dem riesigen Kursangebot überhaupt verträgt. Meine Antwort war dieselbe wie hier: Nein. Wer bei Pilates&Friends drei oder vier Übungen findet, die sich für den eigenen Rücken richtig anfühlen, sollte genau die wiederholen, statt jede Woche etwas komplett Neues zu suchen — die riesige Auswahl ist dafür da, bei Bedarf genutzt zu werden, nicht komplett durchgearbeitet. Ich mache das jetzt seit vier Jahren, und die Erfahrung, die dabei wirklich zählt, ist nicht die Zahl der gesehenen Videos, sondern die der ehrlich wiederholten. Wer selbst nachvollziehen will, wovon ich rede, findet den Kurs unter Pilates&Friends.